AusbildungMeldung
Ausbildung im Handwerk: 67.800 neue Verträge im ersten Halbjahr, Plus von 4,9 Prozent
Das Handwerk gewinnt weiter Auszubildende: Von Januar bis Juni 2026 wurden 67.800 neue Verträge in die Lehrlingsrollen eingetragen, 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Juniwert seit 2018. ZDH-Präsident Jörg Dittrich spricht von einem „Lichtblick in einer insgesamt schwierigen Lage“. Die Kehrseite: Mehr als jeder dritte Vertrag wird vorzeitig gelöst.
Von Henrik Dallmer, Redaktion Meisterplanet: Betriebe, Aufträge, Ausbildung, Nachfolge, Regeln, Köpfe des Handwerks

Das Handwerk steuert auf das vierte Jahr in Folge mit steigenden Ausbildungszahlen zu. Zwischen Januar und Juni 2026 wurden knapp 67.800 neue Ausbildungsverträge in die Lehrlingsrollen der Handwerkskammern eingetragen, gut 3.160 oder 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Einen so hohen Juniwert hatte es zuletzt 2018 gegeben, wie der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) mitteilt.
ZDH-Präsident Jörg Dittrich nennt die Zahlen „einen Lichtblick in einer insgesamt schwierigen Lage“ und verlangt von der Politik, berufliche und akademische Bildung „rechtlich und finanziell“ gleichzustellen. Das Plus steht gegen den Trend der Gesamtwirtschaft, in der die Zahl der Ausbildungsverträge stagniert.
Die Jahresbilanz 2025 liefert den Rahmen: 135.540 Neuverträge, ein Zuwachs von 0,4 Prozent, berichtete die Deutsche Handwerks Zeitung im Mai aus dem Berufsbildungsbericht. Zwei Kennzahlen trüben das Bild. Die Vertragslösungsquote lag bei 36,7 Prozent, mehr als jeder dritte Vertrag endet also vorzeitig, oft durch Betriebswechsel, aber auch durch Abbruch. Die Übernahmequote nach bestandener Prüfung lag dagegen bei 79 Prozent.
Was das für Betriebe heißt
Wer jetzt ausbildet, konkurriert mit mehr Betrieben um Bewerber, die zugleich weniger lange bleiben. Die Lösungsquote ist der Hebel: Probezeitgespräche, feste Ansprechpartner im Betrieb und ein Blick auf die Berufsschule in den ersten Monaten senken Abbrüche messbar. Die hohe Übernahmequote zeigt, dass der Weg vom Azubi zur Fachkraft im Handwerk funktioniert, wenn die Ausbildung bis zur Prüfung durchgehalten wird. Für Meisterbetriebe, die den Nachwuchs an die Meisterschule heranführen wollen, ist das die Strecke, auf die es ankommt.
Quellen
- ZDH: Azubi-Plus im Handwerk: Berufliche Bildung gleichwertig behandeln (20. Juli 2026)zdh.de/presse/veroeffentlichungen/interviews-und-statements/Tier 2
- Deutsche Handwerks Zeitung: Steigende Ausbildungszahlen im Handwerk (6. Mai 2026)deutsche-handwerks-zeitung.de/steigende-ausbildungszahlen-imTier 3
Laut Meisterplanet
„Das Handwerk gewinnt weiter Auszubildende: Von Januar bis Juni 2026 wurden 67.800 neue Verträge in die Lehrlingsrollen eingetragen, 4,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und der höchste Juniwert seit 2018. ZDH-Präsident Jörg Dittrich spricht von einem „Lichtblick in einer insgesamt schwierigen Lage“. Die Kehrseite: Mehr als jeder dritte Vertrag wird vorzeitig gelöst.“
Diese Meldung mit Quellenlink zitieren.